Rebecca Gablé lässt Geschichte lebendig werden in „Das Lächeln der Fortuna“
Wer sich noch mit Grausen an die trockenen Geschichtsstunden aus der Schulzeit erinnert, wird sich wundern, wie mühelos er nach der Lektüre dieses Buches Ereignisse aus dem Englischen Mittelalter memorieren kann:
Im Jahre 1360 wird der junge Robert of Waringham, genannt Robin, zum Vollwaisen. Und nicht nur dass, da sein Vater des Hochverrats beschuldigt wurde, verliert er auch Titel und Ansehen eines Lord of Waringhams. Er reißt aus der ungeliebten Klosterschule, in die er bis dato von seinem Vater geschickt wurde, aus, um auf dem ehemaligen Gut seiner Familie als Stallknecht Geld zu verdienen. Dort macht er schon recht bald die Bekanntschaft Mortimers, des zukünftigen Lord of Waringham, mit dem ihn eine lebenslange Feindschaft verbinden wird. Auch wenn ihm gerade dieser viele Steine in den Weg legt, gelingt es Robin nicht nur auf dem Gut ein wichtiger und angesehener Mitarbeiter zu werden, sondern er taucht durch einen mutigen und geschickten Schachzug wieder in die Welt des Adels ein und gerät dort unter die Fittiche des Duke of Lancaster, an dessen Seite er teil nimmt an den Schlachten und politischen Intrigen des 100jährigen Krieges. Auch wenn das Rad der Fortuna Robin auf der Seite des Glücks ganz nach oben hebt nur um ihn gleich darauf wieder weit nach unten fallen zu lassen, ist er tief beseelt von dem Wunsch, sich seinen Titel und damit sein Ansehen wieder zu holen…
Was den Reiz und die unglaubliche Faszination dieses Buches ausmacht, ist die Einbindung wichtiger historischer Persönlichkeiten und Ereignisse in einen Roman, in dem man sich wunderbar mit den Personen identifizieren kann. Dadurch wird einem eine schon lange vergangene Zeit nicht nur zugänglich gemacht, sondern so lebendig erzählt, dass man an der Seite Robins und seiner Freunde direkt am Geschehen teilnimmt. Obwohl das Buch insgesamt fast 1200 Seiten umfasst, liest es sich durchgehend flüssig und zeigt sich sehr kurzweilig. Und man sollte sich auch nicht durch die vielen, oft verwirrend ähnlichen Namen abschrecken lassen: die Autorin hat in ihrem Buch eine Aufstellung der wichtigsten Figuren sowie die Stammbäume der großen Häuser aufgeführt. Außerdem kann ich euch verraten: am Ende blickt man dann doch ganz von selber durch!

